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Nach vier Jahren ist Schluss – Hans Tauber nicht mehr Trainer beim ESC Geretsried
Bleibt er oder bleibt er nicht? Diese Frage schwebte die letzten Tage und Wochen durch das Heinz-Schneider Eisstadion und obwohl das Saisonende noch ganz frisch ist, hat Hans Tauber sehr früh für Klarheit gesorgt. Der langjährige Spieler und Übungsleiter wird seinen auslaufenden Vertrag bei den River Rats nicht verlängern und den Trainerstuhl nach vier Jahren räumen. Diese Entscheidung ist schon länger in ihm gereift: „Als Trainer unterliegt man einer gewissen Halbwertszeit. Nach jetzt vier Spielzeiten entstehen Abnutzungserscheinungen zwischen Trainer und Mannschaft, das ist völlig normal. Mein oberstes Ziel ist und war es immer, im Sinne des Vereins zu handeln. Ich habe mir schon während der Saison überlegt, wie und ob es in Zukunft für mich hier weitergehen soll. Neben Arbeit und Eishockey blieb nicht viel Zeit übrig, meine Frau und meine Familie haben wahnsinnig zurückstecken müssen. Mein voller Fokus lag auf der Abstiegsrunde, auf dem Klassenerhalt. Das haben wir nun erreicht und so bin ich nach dieser wieder sehr intensiven Saison zum Entschluss gekommen, dass es jetzt Zeit ist, meine Tätigkeit zu beenden“, beschreibt Tauber die Gedanken zu seinem Rücktritt.
Das Verhältnis zwischen Vereinsführung und Trainer war immer von gegenseitig hoher Wertschätzung geprägt. Tauber und Berger haben lange Zeit zusammen ihre Knochen für den ESC hingehalten, u.a. gemeinsam den Aufstieg in die Bayernliga miterlebt. „Ich bin stolz darauf und empfand es immer als Privileg, dass ich vier Jahre die 1. Mannschaft trainieren durfte. Als junger, im Senioreneishockey unerfahrener Trainer, war das große Vertrauen in mich keine Selbstverständlichkeit. Dafür bin ich Markus Janka, Klaus Berger und Peter Holdschik sehr dankbar.“
Kontinuität auf dem Trainerposten ist auch in der Eishockey-Bayernliga alles andere als die Regel. Allein in dieser Saison wechselten bis jetzt fünf Teams ihre Trainer. Bleibt der erwünschte Erfolg aus, wird an dieser Schraube häufig zuerst gedreht. In Geretsried hat man in den letzten Jahren einen anderen Ansatz gewählt und lieber auf Konstanz und Verlässlichkeit wert gelegt, anstatt in Aktionismus und Panik zu verfallen. Tauber hatte nach Bobby Linke vom EHC Königsbrunn die zweitlängste Dienstzeit aller Bayernliga-Coaches. An ihm festzuhalten und auch in schwierigen Situationen das Vertrauen auszusprechen, stand für Berger außer Frage: „Hans war und ist ein hervorragender Trainer. Unser vertrauensvolles Verhältnis habe ich immer sehr geschätzt. Er hatte keinen leichten Job, ihn aber ausgezeichnet erledigt. Für die letzten vier Jahre sind wir im sehr dankbar!“, so das Statement des Sportlichen Leiters.
Taubers Amtszeit war geprägt von Höhen und Tiefen. 2022/23 landeten die River Rats auf Platz 10 – heute wäre das ein Pre-Playoff Platz. Damals qualifizierten sich aber nur die Top 8 für die sogenannte Meisterrunde und der ESC musste in die Abstiegsrunde. Dort gelang relativ knapp der Klassenerhalt, letztlich ging es für Waldkraiburg und Pegnitz eine Etage tiefer. Die Spielzeiten 23/24, 24/25 und 25/26 waren vom Verlauf her sehr ähnlich. Pre-Playoffs knapp verpasst, Klassenerhalt meist souverän geschafft. Vor allem in der abgelaufenen Saison war die Erwartung im Umfeld der River Rats hoch, auch Trainer und Mannschaft wollten die Abstiegsrunde diesmal unbedingt vermeiden. Die sportliche Situation hat bei seiner Entscheidung „jedoch so gut wie keine Rolle gespielt“.
Für die Entscheidungsträger beim ESC beginnt nun die Suche nach einem neuen starken Mann hinter der Bande. Da der Trainer möglichst viel in die Kaderplanung für die kommende Saison eingebunden werden soll, wäre eine zeitnahe Verpflichtung wünschenswert. In Hektik verfällt deshalb aber niemand: „Wir werden jetzt innerhalb der Vorstandschaft ein Anforderungsprofil definieren und dann entsprechende Kandidaten kontaktieren. Dabei werden wir uns die Zeit lassen, die nötig ist“, erklärt Berger.
Mit Tauber verlässt den ESC Geretsried eine absolute Geretsrieder Identifikationsfigur. Die River Rats bedanken sich bei Hansi nicht nur für die vergangenen vier Jahre, sondern für alles, was er für den gesamten Verein getan hat. Sein Engagement war weit über das normale Maß hinaus und man hat ihm angemerkt, dass die Aufgabe hier nicht nur ein „Job“ für ihn war. Eine so intensive Zeit schweißt zusammen, Hansi wird beim ESC jederzeit offene Türen vorfinden. Selbstverständlich wünschen wir ihm nur das Allerbeste für seine Zukunft und sind überzeugt, dass sich unsere Wege – in welcher Form auch immer – wieder kreuzen werden. Danke für alles!
Kader ESC Geretsried 2026/27:
Tor: Korbinian Sertl
Sturm: Maximilian Hüsken
Abgänge: Hans Tauber











